Marco Schröder, Geschäftsführer der 3 Plus Solutions GmbH & Co. KG. Foto: 3 Plus Solutions GmbH & Co. KG
Viele mittelständische Unternehmen haben in den vergangenen Jahren kräftig in Digitalisierung investiert und stehen dennoch weiter auf der Stelle. Statt Entlastung wächst oft nur die Komplexität. Marco Schröder zeigt die häufigsten Warnsignale und erklärt, wie Unternehmen rechtzeitig gegensteuern können.
Neue Website, neue Software, neue Recruiting-Kampagne – und trotzdem wird der Arbeitsalltag nicht einfacher? Dieses Bild zeigt sich derzeit in vielen mittelständischen Unternehmen. Zwar investieren Betriebe kontinuierlich in ihre Digitalisierung, doch der erhoffte Nutzen bleibt häufig aus. Laut KfW-Digitalisierungsbericht Mittelstand 2025 haben zuletzt nur noch rund 30 Prozent der mittelständischen Unternehmen Digitalisierungsprojekte durchgeführt. „Viele Geschäftsführer investieren seit Jahren in Digitalisierung und haben trotzdem das Gefühl, dass Prozesse eher komplizierter als einfacher werden“, sagt Marco Schröder, Geschäftsführer der 3 Plus Solutions GmbH & Co. KG. „Das liegt selten daran, dass einzelne Maßnahmen schlecht sind. Häufig fehlt schlicht der Zusammenhang zwischen ihnen.“
Als IT-Systemhaus und Marketingagentur unter einem Dach verbindet 3 Plus Solutions Bereiche, die häufig getrennt gedacht werden: IT-Infrastruktur, Webseiten, Recruiting, Sichtbarkeit, Prozessautomatisierung und Unternehmenskommunikation. Ergänzt wird dieser Ansatz durch neurowissenschaftliche Erkenntnisse zur Nutzerführung und Entscheidungspsychologie.
1. Immer mehr Software – aber keine Zeitersparnis
Neue Programme sollen Prozesse vereinfachen. In der Praxis wechseln Mitarbeitende jedoch zwischen verschiedenen Anwendungen, pflegen Daten mehrfach oder arbeiten weiterhin mit manuellen Zwischenschritten. Wenn neue Systeme zusätzliche Arbeit erzeugen statt bestehende Aufgaben zu vereinfachen, stimmt meist nicht die Software, sondern ihre Einbindung in den Gesamtprozess.
2. Jeder Dienstleister optimiert seinen Bereich
Website, SEO, Social Media, Recruiting und IT werden häufig von unterschiedlichen Partnern betreut. Jeder erzielt in seinem Bereich Fortschritte – dennoch bleiben die Gesamtergebnisse hinter den Erwartungen zurück. Der Grund: Niemand betrachtet die Wechselwirkungen zwischen Technik, Kommunikation und Prozessen.
3. Die Website sieht modern aus – bringt aber kaum Ergebnisse
Eine professionelle Website allein reicht heute nicht mehr aus. Sie muss gefunden werden, Vertrauen schaffen, Besucher gezielt führen und Anfragen oder Bewerbungen erzeugen. Fehlt einer dieser Bausteine, bleibt selbst ein hochwertiger Internetauftritt oft hinter seinen Möglichkeiten zurück.
4. Gute Recruiting-Kampagnen liefern keine passenden Bewerbungen
Viele Unternehmen investieren erfolgreich in Reichweite. Scheitert der Bewerbungsprozess anschließend an komplizierten Formularen, fehlender Nutzerführung oder unklaren Arbeitgebervorteilen, gehen potenzielle Kandidaten trotzdem verloren.
5. Niemand trägt die Gesamtverantwortung
Eines der größten Probleme zeigt sich oft erst im Alltag: Für jedes digitale Thema gibt es einen Ansprechpartner – aber niemand behält den Gesamtüberblick. Dadurch entstehen lange Abstimmungen, unklare Zuständigkeiten und Projekte, die zwar abgeschlossen werden, aber keine nachhaltige Wirkung entfalten.
Digitalisierung braucht Zusammenhänge statt Einzelmaßnahmen
„Digitalisierung ist kein Nebeneinander verschiedener Werkzeuge“, erklärt der Geschäftsführer. „Erst wenn technische Infrastruktur, Sichtbarkeit, Recruiting, interne Prozesse und Kommunikation auf gemeinsame Ziele einzahlen, entsteht echte Entlastung.“ Die Innovationskraft dieses Ansatzes wurde bereits mehrfach extern bestätigt: So zählt 3 Plus Solutions erneut zu den TOP-100-Innovatoren des deutschen Mittelstands und wurde zudem als Finalist beim Großen Preis des Mittelstandes ausgezeichnet.
Wer früh erkennt, dass Digitalisierungsprojekte trotz hoher Investitionen nicht den gewünschten Nutzen bringen, kann rechtzeitig gegensteuern – bevor zusätzliche Komplexität zum Wettbewerbsnachteil wird.